Apropos Winter: Rückblick auf Neuseeland und Wolle

Neuseeland - Haast Gates

Damals unterwegs in Neuseeland

Es ist Winter, es ist kalt in Deutschland. Mein Tipp für alle, die wie ich eher überempfindlich auf Wollprodukte reagieren, von unserer Neuseeland Tour: Die Icebreaker Experience.

Wir waren 4 Wochen auf 2 Motorrädern auf der Süd- und Nordinsel Neuseelands unterwegs. Damals schrieb ich fast jeden Tag einen Beitrag in unserem privaten Tour-Blog, damit Familie & Freunde trotz großer Zeitverschiebung und damals noch horrenden Telefongebühren sehen konnten, dass es uns gut geht. Hier mein damaliger Woll-Beitrag als Anregung für eure Motorrad-Garderobe:

The Icebreaker Experience (2009)

Auf unserem Weg durch die Canterbury Plains von Christchurch nach Lake Tekapo kamen wir häufig an Schildern vorbei, auf denen Icebreaker oder Home of the Icebreaker stand. Wir machten uns nicht so richtig einen Reim drauf, von welchem Eisbrecher die Schilder wohl sprechen.

In einem der Reisebücher, die uns der freundliche BMW-Mechaniker von City Motorcycle Rentals (Christchurch) freundlicherweise mitgab, lasen wir dann unterwegs, dass die beiden ausgiebig der Firma Icebreaker dankten, deren Kleidung sie auf ihren Motorradreisen immer genau richtig temperiert habe. In Afrika und Co.

Also sind wir in Queenstown in ein Sportgeschäft um uns diese Wunderfunktionsklamotten mal anzuschauen und — aha: Icebreaker ist eine Sportartikelmarke in Neuseeland. OK, fühlen sich schön glatt an die T-Shirts. Ahso, die machen auch was aus Merinowolle – hm, das hängt hier wohl nicht, da fühlt sich nichts wie Wolle an…

Pustekuchen: Alles, was in dem Laden von Icebreaker hängt, ist aus Merinowolle. Wolle! T-Shirts, Radsport-Bekleidung, Sommer-Hemden, etc. Und es fühlt sich definitiv nicht wie Wolle an.

Rainer war sofort überzeugt und hat sich gleich einen Zipper-Pulli geholt; ich als Woll-Überempfindliche habe vorsichtig eine Weste genommen, da kann ich für sorgen, dass die Wolle nicht an meine Haut kommt. Und hoffentlich frier ich dann nicht mehr so, wenn wir zu den Gletschern fahren. Merino habe ich zuhause auch schon probiert, das kratzt und ist doof.

Besonders lustig sind die Schildchen, die an den Klamotten dranhängen. Da gibt es in jedem Kleidungsstück einen “Baacode” (Schafe sagen in Neuseeland nicht mäh sondern baa 🙂 – und mit dem kann im Internet die Weide ausfindig gemachen werden, auf der die Wolle für die Kleidung gewachsen ist…

Tja, und das war genau dort, wo wir dran vorbeigefahren sind, die lieben Tierchen auf den Weiden der Canterbury Plains sind ab und zu die berühmten Icebreaker Merionschafe gewesen.

Jetzt zum Test: Ich hätte es nie gedacht, dass ich mal einen Wollpulli freiwillig anziehe. Aber die Weste hat sich unter der Motorradjacke dermaßen besser gegenüber meiner Softshell-Jacke bewiesen, dass ich mir tatsächlich einen Wollpulli gekauft habe! Wow.

Ich fahre jetzt bei 12 Grad mit Pulli und Weste, was leichter und beweglicher ist als meine Softshell-Jacke unter der Kombi und mir ist es behaglich warm. Und wenn es wärmer wird, wird es nicht gruselig schwitzig und kratzig… Kein Stück. Wir sind echt voll Icebreaker-Fans geworden!!! Really great stuff!


Soweit mein damaliges „Wolle zum Motorradfahren“-Erlebnis.

Inzwischen habe ich mir in Münchner Sportwarenläden diverse Kleidungsstücke gekauft, nur in 2 Fällen war die Hautsensation unangenehm: Eine lange Unterhose von Icebreaker fürs Motorradfahren musste ich bei der Anprobe im Laden schon nach Sekunden hektisch ausziehen. Und ein schönes langärmliges T-Shirt habe ich meiner Mutter weiterverschenkt; auch nach der Wäsche (empfohlen mit härteren Stoffen wie z.B. Jeans, damit kratzigere Wollhaare aus dem Strickstoff entweichen) juckte das Shirt leider innerhalb kurzer Tragezeit auf meiner Haut.

Noch ein Erfahrungs-Tipp: Meine Wolljacke hat so genannte Sport-Daumen-Bündchen, was sehr schön warm ist und megapraktisch zum Anziehen unter der Motorradjacke. Wenn sich meine Haut an der Kante leicht rötet, weiss ich, jetzt muss ich die Jacke waschen. Dann ist alles wieder gut.

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