Fahrspass pur: Lautlos durch die City gleiten

Foto: DoSchu

10 C evolution vor der BMW Welt

So leise fahren selten große Roller durch München wie am 14. Juni 2014: 10 C evolution von BMW Motorrad glitten durch die Straßen. Auf dem „SocialTestride“ ging es mit unserem charmanten Tourguide Anika kreuz und quer durch die Stadt. Mit viel Spass, interessanten Stationen und überraschenden Reaktionen der Passanten.

„Hams den Motor vergessen einzubauen, oder was?“ — „Ist das ein Elektro-Fahrzeug, der neue Roller von BMW? Wie heisst der noch?“ — „Das ist doch der C evolution! Ja, gibt’s den jetzt tatsächlich zum Kaufen?“ — „Darf ich ein Foto machen?“ — Dazu viel sprachloses „…?!“

Große Chancen dabei zu sein rechnete ich mir nicht aus. Aber Pfingstferien sei Dank war die Bewerberkonkurrenz wahrscheinlich so günstig, dass ich zur gemeinsamen Testfahrt durch München eingeladen wurde. Einige meiner Bekannten fahren Roller, da reizte es mich als Motorradfahrerin diesen Beschleunigungs-starken E-Roller ohne Zwiebacksägen-Sound mal auszufahren: „Dynamisch und sportlich, sauber und leise“, verspricht die Produkt-Homepage des C evolution.

SocialTestride-Finale dahoam

Für den SocialTestride kurvten BMW-Kunden auf dem brandneuen Maxi-Scooter C evolution bereits durch Amsterdam, Paris, Barcelona, Mailand. Das Finale der Tour fand schließlich in der bayerischen Metropole (nicht in Berlin, wo der Roller gefertigt wird) mit Startpunkt BMW Welt statt.

SocialTestride? Eine gemeinsame Tour ist ja schon für sich genommen „social“. Darüber hinaus erhielten alle Tourteilnehmer ein Smartphone, mit dem sie ihre Toureindrücke auf dem Instagram-Accout von BMW Motorrad festhielten. Da das sechste iPhone gerade nicht auffindbar war, sind meine Instagram-Fotos mit dem Hashtag #socialtestride markiert.


Wie gut, dass ich auf der Anfahrt kurz vorm Ziel noch mal umdrehte und meiner F800 GS die Sporen gab, dabei jede rote Ampel stumm verfluchte, um das daheim liegen gelassene Smartphone mitzubringen. An alles hatte ich gedacht: Sonnenschutz, Sonnenbrille, Sommer-Handschuhe, Regen-Inlet, Ersatz-Akku. Und das Handy lass ich liegen!

Servus, C evolution!

Nach Tourbegrüßung und gegenseitigem Beschnuppern weihte uns Siggi in der BMW Welt in die Finessen des weiss-Electric-Green-grünen und 265 kg schweren Fahrzeugs ein. Ein paar der technischen Highlights zur Einschätzung unseres Testgefährts:

  • Maximales Drehmoment: 72 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h (elektronisch abgeriegelt zur Batterieschonung)
  • Beschleunigung von 0-50 km/h: 2,7 Sekunden
  • Reichweite: 100 Kilometer
  • Ladedauer normaler Steckdosen-Anschluss: 4 Stunden für 100 % Kapazität
  • 3 Lithium-Ionen-Speichermodule, wie sie im Elektroauto BMW i3 verbaut sind
  • 4 während der Fahrt wählbare Fahrmodi: Road, Eco Pro, Sail, Dynamic
  • Rückwärtsgang (erwies sich bei dem recht schweren Fahrzeug später beim Abstellen als sehr nützlich)
  • Schlupfkontrolle Torque Control Assist (haben wir getestet, funktioniert prima!)
  • ABS Bremsanlage
  • „Intelligente Rekuperation“ im Schiebebetrieb und beim Bremsen

„Rekuper“-was?! Siggi sprach das Wort immer so gelassen aus, aber was genau bedeutet es? Einfach längerer Fahrspass mit einer Batterieladung: Sowohl beim „Gas“-Wegnehmen im Schiebebetrieb als auch beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen und die Batterie geladen.

Fahrspass in 4 Gängen

Und damit hängen auch die 4 verschiedenen Fahrmodi zusammen, von denen mir in der Stadt Dynamic am besten gefiel. Schön losspurten können und gleichzeitig beim Bremsen wieder Elektrönchen in die Batterie schaufeln lassen.

Road war unser Start-Modus, auch ok. Eco Pro haben wir alle mehr als den „Motorrad-Reservehahn“ betrachtet, um mit geringer Batteriespannung noch am Ziel anzukommen. Spannend aber wenig nützlich in punkto Energierückgewinnung ist der Modus Sail – ohne Zug am Gasgriff segelt der C evolution dann ohne bremsende Energierückgewinnung lautlos dahin.

Kein Geknatter in der Stadt

Apropos lautlos: Der große E-Scooter ist wirklich leise. Das Reifenabroll- oder Rekuberations-Geräusch nehmen Passanten so wenig wahr, dass sie sorglos auf die Straße laufen. Offenbar orientieren sich recht viele Menschen im Straßenverkehr nach Gehör statt Optik, oder sie ahnen nicht, dass ein lautloses Fahrzeug so schnell sein kann.

Die Motorradhupe des C evolution erwies sich im Kontrast zum leisen Rollgeräusch als erschreckend laut für Fußgänger. Lieber warnte ich sie dann durch „Achtung“-Rufe und wünschte mir ne Fahrradklingel 🙂

C evolution vor der Fassade des Museum Brandhorst in München

Ein wirklich neues und schönes Fahrgefühl durch die vielen grünen Straßen Münchens. So leise wie auf dem Rad und so flott wie auf dem Bike. Kein Geknatter übertönte das Gänsegeschnatter am Schloss Nymphenburg.

Wenn jetzt nur die Dämpfung der Umgebungsgeräusche durch den Helm entfiele… Nicht zuletzt da einer der Mitfahrer seit 5 Wochen glücklicher C1-Besitzer ist ergab sich die Idee zur Kombination von C evolution und dem damals seiner Zeit vorauseilenden C1. Dann wäre auch mehr Fläche da, um die Kraft der Sonne per Solarzelle in Batteriespannung umzusetzen. Zukunftsmusik…

Blick hinter die Kulisse

Denn im Gespräch mit Dorit Mangold, C evolution Produktmanagerin bei BMW Motorrad, auf der Wiese neben dem Museum Brandhorst erhielten wir interessante Einblicke in das Thema E-Mobility und 40 Monate Entwicklungsarbeit am Maxi-E-Scooter.

Im Gespräch mit Dorit Mangold / BMW Motorrad C evolution

Auf der aktuellen Oberfläche montierbare Solarpanels liefern nicht die ausreichende Spannung zur Batterieladung. Mein ausrollbares Solarpanel beim Parken wurde bereits angedacht, aber wegen mangelndem Standhalten gegen Vandalismus verworfen. Wechsel-Akkus an der Tankstelle wird es aufgrund mangelnder Standardisierung (plus Verbauung an tiefster Stelle im C evolution) noch lange nicht geben, auch wenn Tesla Motors just seit letzten Donnerstag jedem die Nutzung seiner Patente freistellt.

Und damit sind wir wieder beim bekannten Henne-Ei-Dilemma. In meinem Mehrfamilienhaus habe ich zum Beispiel nicht den Hauch einer Chance, einen E-Scooter aufzuladen. So lange es kaum E-Ladestellen gibt, lohnt da die Anschaffung eines E-Scooter nicht. Und so lange es kaum E-Fahrzeuge gibt, baut niemand das Ladenetz aus.

Stimmiges Tourprogramm

Kreuz und quer ging es auf unserer Tour durch München – kurze Stücke auf Autobahn oder Schnellstraße inklusive. Neben Tourstops bei den Surfern an der Eisbachwelle, im Biergarten Waldwirtschaft in Großhesselohe und am Museum Brandhorst besuchten wir das Verkehrsmuseum oberhalb der Theresienwiese. Hier bestaunten wir historische Zweiräder und besonders quasi die Mutter aller Scooter: das DKW-Lomos Sesselrad von 1922.

Bei jedem Stop war das Verstauen der Helme erfreulicherweise kein Problem: Mein Schuberth Helm mit angeklemmtem Bluetooth-Kommunikationssystem Scala Rider passte inklusive Nierengurt und Handschuhe in den Stauraum unter der Sozius-Sitzbank. Dieses Fach könnte sich übrigens ausgezeichnet zur Getränkekühlung fürs Picknick eignen.

Fazit: „Scooter On“

Meine linke „Kupplungshand“ war noch nie so entspannt nach einem Tag Stadtverkehr mit viel Stop & Go! Selbst die Bremshebel bekamen bei vorausschauendem Fahren kaum etwas zu tun. Der tiefe Schwerpunkt des C evolution lieferte ein perfekt agiles Handling für den Stadtverkehr. Dabei fiel mir der angenehme Kontakt zum Scooter am Unterschenkel positiv auf, der mir bei Vespa & Co. fehlt.

Das Elektromobil gilt als Leichtkraftrad und ist damit ab Führerscheinklasse A1 fahrbar. Ob der tolle Roller einen fulminanten Markteintritt hinlegt ist leider angesichts des hohen Preises von 15.000 Euro verbunden mit den angesprochenen Lade-Herausforderungen eher fraglich. Schön ruhig für die Städte wär’s.

Am Tourentag machte nicht nur das Fahren ausnehmend viel Spass, auch das Tourteam sowie die Begleitung von BMW und Agentur haben prima zusammen gepasst. Um so vergnüglicher war der Ausklang mit sensationellem Blick auf das zuvor durchfahrene München im Drehrestaurant des Olympiaturms.

Herzlichen Dank an Patrick Schorer und Kosta Lagoyannis von BMW Motorrad, dass ich dabei sein durfte!

München vom Olympiaturm

Einige Highlights in Schnappschüssen anderer Tourteilnehmer:

10 C evolution am Maxmonument http://instagram.com/p/pOIVR7n6sS/
DoSchu on C evolution http://instagram.com/p/pOJIvgH6tI/
DoSchu „Freude am Fahren“ http://instagram.com/p/pOszdfn6iV/
Electric Surfer Selfie http://instagram.com/p/pOLfaNv795/
Posing am Motorsport C evolution http://instagram.com/p/pODay0v72u
Ausklang mit Sonnenuntergang am Olympiaturm http://instagram.com/p/pPBCYkH6rY/

#bmwmotorrad #cevolution #urbanmobility #munich

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(Fotos: DoSchu tourentante.wordpress.com creative commons BY-NC-ND)

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